Spiel mir das Lied von der Tastaturbelegung
Was mich am Mac – oder, genauer gesagt, an seiner deutschen Tastaturbelegung – schon
immer gestört hat, war die Position der [eckigen] Klammern: Option + 5 bzw.
Option + 6 (zur Option-Taste darf man auch Wahltaste oder Alt sagen). Nicht nur,
dass das Tippen dieser Kombination in meinen Augen (oder meinen Fingern?) äußerst
unbequem ist, ich konnte sie mir auch nie richtig merken: Immer wieder habe eine
schließende statt einer öffnenden Klammern oder gar ein ¢ (Option + 4)
eingetippt.
Kürzlich habe ich endlich eine Lösung für dieses Problem gefunden.
Die Lösung heißt Ukelele, kostet nix und ist ein Programm, mit der man sich eine eigene Tastaturbelegung erstellen kann (und ich habe es zwar schon an anderer Stelle erwähnt, aber weil’s gar so nützlich ist, wollte ich dem Programm auch noch mal eine Erwähnung hier im Blog gönnen).
Die Bedienung des Programms ist ganz einfach: Man wählt aus den beiliegenden Dateien die Tastaturbelegung aus, von der man ausgehen möchte – in meinem Fall also die Deutsche – und erhält ein Fenster mit grafischer Darstellung dieser Belegung (s. Screenshots weiter unten). Nun klickt man die gewünschte Taste an und weist ihr ein neues Zeichen zu, indem man im folgenden Dialog das Zeichen eintippt, welches man gerne auf dieser Taste hätte. Alternativ kann man aus einem anderen Programm (hier bietet sich natürlich die Zeichenpalette des Systems an) das gewünschte Zeichen per Drag & Drop auf entsprechende Taste ziehen. Will man die Belegung zweier Tasten vertauschen, wird man sogar mit einer eigenen Funktion zu diesem Zwecke verwöhnt.
Wenn man sich auf diese Weise seine gewünschte Belegung zusammengestellt hat, legt man die
resultierende Datei ins Verzeichnis ~/Library/Keyboard Layouts (oder ins
gleichnamige Verzeichnis der System-Library, wenn man das Layout in allen Benutzer-Accounts)
des Rechners nutzen will), und schon kann man sie in den Systemeinstellungen unter
Sprache & Text → Eingabequellen aktivieren.
Fertig.
Nachdem ich nun die Möglichkeit gefunden hatte, die Tastaturbelegung zu ändern, hat sich natürlich die Frage gestellt: Wohin denn nun mit eckigen Klammern? Angeboten hätten sich ja eigentlich Option + Shift + 8 bzw. Option + Shift + 9, weil die (runden) Klammern bekanntlich auf Shift + 8/9 und die {geschweiften} auf Option + 8/9 zu finden sind. Das gefiel mir aber nicht so recht: So richtig komfortabel zu tippen finde ich das auch nicht… und während mich die Position der geschweiften Klammern zwar nie so richtig gestört hat, hat sie mich auch nie so richtig begeistert.
Also habe ich mir die eckigen Klammern auf Option + Ö und Option + Ä gelegt, und die geschweiften auf die gleiche Kombination bei zusätzlich gedrückter Shift-Taste.
Was’n das für ’ne bescheuerte Kombination, mag sich jetzt vielleicht der eine oder andere denken. Nun, meiner erster Computer war ein Atari ST, und bei dem lagen die fraglichen Klammern auf genau diesen Kombinationen. Meine Hoffnung war, dass sich in meinem motorischen Gedächtnis eine Rest-Erinnerung an diese Kombination befände, die mir die Umstellung auf die neue Tastenbelegung erleichtern würde. Offensichtlich hat das auch funktioniert, denn schon nach wenigen Tagen habe ich diese Kombinationen verwendet, als hätte ich nie etwas anderes getan.
Ein weiter Vorteil ist mir erst dann aufgefallen: Beim Schreiben von PHP-Scripten steht das einfache Anführungszeichen oft neben eckigen Klammern, z.B. bei $_POST['key'] und anderen assoziativen Arrays. Und nun liegen dieses Anführungszeichen (welches, ich weiß, eigentlich gar keins ist) und die Klammern auch auf meiner Tastatur in direkter Nachbarschaft. Erleichtert ebenfalls das Tippen.
Ach ja, ganz nebenbei hab ich auch noch dem @-Zeichen eine neue Position verpasst, nämlich Option + A. Muss aber sagen, dass ich mich an diese Belegung noch nicht gewöhnt habe, meistens tippe ich weiterhin die deutschen Apple-Standard Option + L.
Übrigens, für die, die (berechtigte) Angst vor System-Eingriffen haben, sei nochmal betont, dass Ukelele wirklich nichts Besorgniserregendes tut: Auf jedem Mac lungern eh zig Tastaturlayout-Dateien rum (eben für die unterschiedlichen Sprachen), und da wird einfach eine weitere hinzugefügt. Das schlimmste, was passieren könnte, wäre, dass sich das neue Layout, vielleicht aufgrund einer Fehlbedienung in Ukelele, nicht ganz wie gewünscht verhält… und in diesem Fall schaltet man halt wieder auf die Standardbelegung, entfernt die erzeugte Datei aus dem o.g. Verzeichnis und beginnt mit einem neuen Versuch.
Insofern kann also jeder, dem die eine oder andere Tastaturbelegung auf dem Mac nicht gefällt, unbesorgt zu Ukelele greifen und loslegen…
P.S.: Nein, ich habe mich oben nicht sechsmal vertippt.
Das Programm heißt tatsächlich Ukelele und nicht
Ukulele.
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Das empfohlene Programm habe ich mir jedenfalls hinter meine Löffel geschrieben, für den Fall am Mac arbyten zu müssen.
Ist Dir (Euch) ein guter Grund bekannt, warum man innerhalb einer Sprache verschiedene Layouts einführt?
Gruß,
Freddy
Ist auch nicht logisch.
Damals, als man das Mac-Layout festgelegt hat – also irgendwann in den 80ern –, wollte man wohl einiges besser und vor allem vieles anders machen.
Man könnte also auch andersrum fragen: Wieso hat Windows nicht das Layout vom Mac übernommen? ;-)
Gruß,
Tobias
Apple wollte sich wohl abheben und das haben sie ja -- sehr erfolgreich sogar -- geschafft.
Am zufriedensten bin ich z.Z. mit dem Unix/Linux (k.A.) Layout. Das sind bspw. die Guillemets auf Alt Gr + x, bzw. Alt Gr + c. Das elend lange Alt + 0187, bzw. Alt + 0171 unter Windows entfällt. :-)
BTW: _Wenn_ Du etwas Zeit und Lust hast, bau doch bitte eine Mail-Notification bei Antwort ein. :-)
Gruß,
Freddy
Beim Mac ist’s Alt + Q bzw. Alt + Shift + Q.
Finde ich recht praktisch, weil das Q ja direkt unter der 2 liegt, wo man die "Pseudo-Anführungszeichen" findet.
Wird kommen – kann nur noch nicht versprechen, wann es soweit ist. Aber immerhin kann man jetzt, wie Du siehst, einige UBB-Code-Tags verwenden:
Fett, kursiv und durchgestrichen über die hübschen Buttons unter dem Eingabefeld – für Zitate muss man sie (noch?) von Hand eintippen…
Kann man natürlich auch jederzeit wieder abbstellen.
Mit freundlichen Grüßen, MHunter
Gruß, S.
Ukelele legt ja nur weitere Tastaturbelegungen an, von denen in Mac OS X eh schon etliche enthalten sind. Das ist quasi nichts anderes, als wenn Apple zusätzliche Belegungen für zusätzliche Sprachen mitliefern würden.
Heißt also: Für Keylogger ist es genauso einfach oder schwierig wie vorher, Tastatureingaben mitzulesen.