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Microspacing in Papyrus

Der Typochonder verläst sich nicht in allen Situationen darauf, dass die internen Informationen eines Fonts in allen Fällen für optimale Buchstabenanstände sorgen:
Versalwörter (Wörter, die komplett in KOMPLETT in Großbuchstaben gesetzt werden) sollten immer leicht gesperrt werden, während Akzidenzen (besonders hervorgehobene Texte, z.B. Überschriften) oft sogar nach einem manuellen Ausgleichen einzelner Buchstabenabstände verlangen.

Glücklicherweise kann Papyrus diesen Ansprüchen gerecht werden.
Zu diesem Zweck dienen die Dialoge für Sperrung und Microspacing – letzteren kann man auch dazu benutzen, einzelne Zeichen völlig frei zu positionieren.
 

Papyrus -Microspacing und Sperren
 
 

In beiden Dialogen kann man zwischen drei Maßeinheiten wählen:
Pixel (= Bildschirmpunkte), Druckerpixel (abhänging von der Auflösung des aktuellen Druckers) und Millimeter.

Sinnvoll ist die Möglichkeit, im Dialog Sperrung zwischen »normalen« Zeichen und Leerzeichen unterscheiden zu können.

Zum Thema Microspacing:
Selektierte Zeichen kann man über die Pfeiltasten (plus Zusatztasten) direkt verschieben – oder man gibt die gewünschten numerischen Werte direkt ein.
Die Unterscheidung Absolut/Relativ bezieht sich auf die Punktgröße des aktuellen Fonts.

Die im Bild sichtbaren grünen Linien stellen die Grundlinien einer Textzeile dar (die natürlich nur auf Wunsch eingeblendet werden). Im Screenshot steht also nur das M auf der Grundlinie, alle anderen Zeichen wurden per Microspacing verschoben.
Die optionale Einblendung der Grundlinie kann eine fast unverzichtbare Hilfe sein, wenn man Grafiken im Text positionieren will.

Neben eher selten gebrauchten Effekten wie den hier gezeigten »tanzenden« Buchstaben kann man per Microspacing auch anspruchsvolle typographische Aufgaben lösen, z.B. das Ausgleichen in hohen Schriftgraden – oder für manuelles Kerning, wenn der Hersteller einer Schrift geschludert hat.
 

Hinweis:
Die Screenshots in diesem Artikel stammen aus der Atari-Version 9.x von Papyrus. Irgendwann werde ich sie vermutlich auch mal durch Bilder aus der MacOSX-Version ersetzen...
Im Artikel beschreibe ich den Funktionsumfang der Atari-Version 9.x – bisher hat mir einfach die Zeit für eine Überarbeitung gefehlt. Aber ich werde die Gelegenheit nutzen, auch in dieser Hinsicht den Artikel noch einmal zu überarbeiten...
Im Moment sind die Informationen auf dieser Site auf jeden Fall etwas veraltet, ich bitte dies zu berücksichtigen.