POPmonitor – mal eben ins Postfach gucken.
Der beste Schutz gegen Viren & Trojaner ist angewandte Intelligenz
Was hat der obige schlaue Spruch mit einem Softwaretool zu tun?
Wir werden sehen ...
Auf dieser Seite findet Ihr eine kleine Beschreibung des nützlichen Tools POPmonitor
von Vechtwijk
Automatisering – sowohl von der
alten Freeware-Version 1.1.1, als auch von der als Shareware vertriebenen,
deutlich erweiterten Version 2.x inkl. Downloadlinks.
POPmonitor 1.1.1
POPmonitor 1.1.1 ist ein Programm, das eine Verbindung zum eMail-Postfach auf dem Server aufbaut und nachschaut, ob da irgendwelche Mails bereitliegen. Dann wirft es ggf. eine übersichtliche Liste der gefundenen Mails aus:

POPmonitor: Ein schneller Blick ins Postfach
Man sieht also alle wichtigen Daten der eingegangenen Mails: An wen sie adressiert sind, wer der Absender ist, die Betreffzeile, Datum/Zeit und Größe der Mail. Nun kann man, wenn man will, eine dieser Mails doppelklicken, und POPmonitor zeigt den Anfang der Mail an – gemäß Voreinstellung die ersten zehn Zeilen, aber diesen Wert kann man natürlich ändern.
In der Regel sieht man also den kompletten eMail-Header und die ersten Zeilen des Inhalts im Vorschaufenster. Dann hat man schon eine ziemlich klare Vorstellung davon, was diese Mail enthält. Und was bringt uns das?
Jede Menge!
Denn nun kann man SPAM und virenverseuchte Mails normalerweise schon identifizieren.
Im oben gezeigten Hauptfenster von POPmonitor kann man die unerwünschte Mail dann
selektieren und per Klick auf dem Server löschen, ohne dass man sie zuvor
herunterladen musste.
(Und es war ein absoluter Zufall, dass gerade, als ich den Screenshot snappen wollte,
tatsächlich auch SPAM bereitlag – naja, soo ein großer
Zufall auch wieder nicht, schließlich kriege ich andauernd SPAM...)
»Na und«, sagt Ihr vielleicht jetzt, »mein eMail-Porgramm hat doch
Filter! Damit kann ich SPAM und Virenmails auch direkt entfernen lassen!«
Das ist natürlich richtig. Aber leider gehen manche eMail-Clients so dumm vor,
dass sie zuerst die Mails herunterladen, dann den Filter drüberschicken und
verdächtige Mails ggf. in den Papierkorb befördern.
Die Mail ist also schon über die Leitung gewandert, man hat Bandbreite mit reinem
Müll verschleudert.
Vor allem aber sind SPAM-Versender ja leider auch keine dummen Leute: Normalerweise
haben es diese Leute ganz gut im Griff, Absenderadresse, Betreffzeile und was die Filter
sonst noch so zur Identifikation benutzen, so geschickt auszutauschen, dass die Filter des
eMail-Clients schon bald nicht mehr greifen – und schon hat man wieder nervigen SPAM im
Eingangsordner.
Und Viren- bzw. Trojanermails sind meistens noch schwerer »draußen zu
halten«.
So ein Filter ist natürlich nur pseudo-intelligent: Nur ein klein wenig angewandte menschliche Intelligenz ist ein viel wirksamerer Filter – womit wir beim einleitenden Satz wären.
Sicher, wer jeden Tag dutzende von Mails bekommt und diese automatisch im
eingestellten Zeitintervall abholen lässt, wird POPmonitor wohl nicht viel abgewinnen
können. Aber alle, die gerne vorher wissen, was da ins Haus geschneit kommt, sollten
POPmonitor mal installieren...
Die bisher besprochene Version 1.1.1 kann übrigens nicht nur einen, sondern
beliebig viele Accounts verwalten: Ein Klick auf das kleine Symbol neben dem »POP
Server«- Eingabefeld öffnet ein PopUp-Menü, mit dem man zwischen den
einzelnen Accounts wechseln kann. Das Zugangspasswort wird nur gesichert, wenn man dies
wünscht. Sie ist Freeware, belegt auf der Platte nur ca. anderthalb MByte und im RAM
ca. 3 MByte – selbst ein älterer Macintosh dürfte damit also kein Problem haben.
POPmonitor 2.x
Zuerst die schlechte Nachricht: Die neue Version 2.x ist nicht mehr kostenlos, eine Sharewaregebühr von
US$ 25 wird fällig, wenn man das Programm nutzen will.
Jetzt die gute Nachricht: POPmonitor 2.x wurde in vielerlei Hinsicht erweitert und dürfte auch
anspruchsvolleren Usern gerecht werden.
Zunächst einmal dürfte die etwas gefälligere Gestaltung der Oberfläche ins
Auge springen...

POPmonitor: Version 2.x, jetzt mit Toolbar
Wichtiger sind selbstverständlich die neuen Funktionen...
Zunächst einmal kann POPmonitor nun im Hintergrund regelmäßig nach neuen Mails
Ausschau halten und ggf. eine Meldung ausgeben bzw. einen Sound abspielen. Vor allem aber sind nun Filter
enthalten: POPmonitor kann die Mails also nach diversen Kriterien prüfen und zum
Löschen/Empfangen markieren – wenn man dem Programm respektive den Filtern blind vertraut, kann
das Löschen sogar vollautomatisch vonstatten gehen.
Die Filter berücksichtigen die Angaben Absender und Empfänger, die Betreffzeile, weitere Header-Informationen,
den Body-Text der Mail und das Attachment; und zwar nach jeweils sinnvollen Kriterien (z.B.: »Absender
beginnt mit...«, »Empfänger endet mit...«, »Bodytext enthält...«).
Darüber hinaus kann man zwei Kriterien verknüpfen (»Betreff enthält... und
Bodytext enthält...«) sowie in gewissen Umfang mit regulären Ausdrücken arbeiten.

Zum Lieferumfang etliche (z.Zt. ca. 100) vordefinierte Filter, weitere (oder verbesserte) finden
sich auf der
Filterseite
des Herstellers.
Wer damit immer noch nicht genug hat, kann auf einfache Weise beliebig viele eigene Filter hinzufügen:
Der im Screenshot gezeigte Filter behandelt Mails, die an
forum@tobiasjung.net
gerichtet sind (als Beispiel für eine eMail-Adresse, die man bei Forumsbeiträgen angibt; was ja
häufig Spam-Fluten nach sich zieht).
Wird dieser Empfänger-Eintrag gefunden, wird der Body-Text der Mail nach gewissen Schlüsselwörtern
durchsucht, die oftmals auf zweifelhafte Angebote hinweisen...
Die Einstellung contains regular expression und die Verwendung der »Pipe« (der
senkrechte Strich |) sorgt dafür, dass der Filter aktiv wird, sobald mindestens eins
dieser Schlüsselwörter gefunden wird.
Die zusätzliche Option Remove HTML codes before analyzing erweist sich ebenfalls als
nützlich: Spam-Versender füllen ihre Mails gerne mal mit inhaltsleeren HTML-Codes auf,
um die Erkennung durch Filter zu torpedieren – POPmonitor hat mit dieser Option eine gute
»Gegenwaffe«...
Es geht aber auch noch einfacher – und gleichzeitig universaler. Aus irgendeinem Grund scheinen
Spam-Versender zu meinen, dass eine Mail an sales@... ein guter Ansatzpunkt für den Absatz
ihrer »Produkte und Leistungen« sei. Der hier gezeigte Filter wird aktiv, wenn diese
Zeichenfolge in irgendeinem Empfänger – das schließt auch Kopien und Blindkopien
(Cc: und Bcc:) ein – gefunden wird.
Betrachten wir nun die Toolbar von POPmonitor 2.x noch einmal etwas genauer...
Der »Check«-Button liest die aktuell auf dem Server liegenden Mails ein. Dabei kommen
vorhandene Filter direkt zum Einsatz.
Bei Klick »Receive«-Button weist POPmonitor den angemeldeten eMail-Client an, die
selektierten Mails abzuholen (mehr dazu unten). Das Icon passt sich dynamisch an den Client an (deshalb
ist im Screenshot oben das PowerMail-Icon zu sehen, während hier Eudora sein Symbol zum Besten
gibt).
Mit »Read« öffnet man die Vorschau der Mail: Wie schon in der Version 1.1.1
werden die ersten Zeilen des Mailinhalts eingelesen. Neu in v2.x ist, dass man den Header
und evtl. vorhandene HTML-Tags ausblenden kann.
Dieser Button sichert die Mail auf der Festplatte. Der Text-Inhalt wird im Quelltext abgelegt
(optional inkl. allen Headern), eventuelle Anhänge landen ggf. in komprimierter Form auf der Platte.
(Zum Entpacken wird der StuffIt Expander benötigt, aber welcher Mac-User
hat den nicht?)
Mit diesen Buttons kann man die Absender der selektierten Mails auf die Liste der trusted bzw.
blocked senders setzen: Unabhängig von sonstigen Filtereinstellungen werden Mails dieser
Absender immer abgeblockt oder durchgewunken. Anders gesagt, dienen sie dem Anlegen einer blacklist
und einer whitelist.
»Bounce« schickt die selektierten Mails zurück an den Absender und gauckelt ihm vor,
dass die angeschriebene eMail-Adresse nicht mehr existieren würde. Klingt zunächst ganz gut und
mag in manchen Fällen helfen, zukünftigen Spam zu vermeiden – leider sind die Spam-Versender
ja nicht dumm und kennen auch solche Tricks. Deshalb setzen sie als Absender gerne eine nicht
existierende Adresse ein; oder die eines unbescholtenen Dritten. Meisten dürfte das bouncen also nicht
viel bringen; aber natürlich schadet es nicht, wenn so eine Funktion trotzdem vorhanden ist
(zumal im POPmonitor-Manual auch auf diesen Umstand hingewiesen wird).
Die Darstellung eines Papierkorbs dürfte für sich sprechen... obwohl an dieser Stelle wohl
eher ein Reißwolf angebracht wäre: Da POPmonitor auf dem Server arbeitet, sind die gelöschten
Mails auch tatsächlich unwiederbringlich verloren. Das vom MacOS bekannte Widerherausnehmen aus dem
Papierkorb funktioniert also nicht.
Das »Settings«-Icon schließlich ruft den Einstellungs-Dialog für den aktuellen
POP-Account auf (im Gegensatz zu den programmweiten Voreinstellungen, die man wie gewohnt über
Edit – Preferences... erreicht. Außer den Zugangsdaten legt man hier das Verhalten
beim Checken (Zeitintervall etc.) und Löschen (sofort oder erstmal nur zum Löschen
markieren) fest – und den eMail-Client, der für das Empfangen der erwünschten Mails
zuständig ist.
Denn natürlich ist das Handling von POPmonitor einerseits und dem favorisierten eMail-Client
andererseits etwas umständlich. Darum kann seit POPmonitor 2 mit einem Client zusammenarbeiten,
sofern dieser AppleScript-Events unterstützt – derzeit werden die (mehr oder minder)
aktuellen Versionen der folgende Mailer gelistet:
Emailer, Entourage, Eudora, Magellan Pro, Mailsmith (nur OS X), Netscape Communicator,
Outlook Express, PowerMail und Apple Mail (ab v1.2).
Netscape 6/7 und Mozilla Mail sind mangels AppleScript-Unterstützung in dieser Liste
leider nicht zu finden.
Beim Klick auf den »Receive«-Button in POPmonitor wird dem angemeldeten Client der Auftrag zum Abholen der ausgewählten Mails übergeben. Auch das kann automatisch geschehen: Auf Wunsch wird diese Aktion nach jedem zeitgesteurten Checken gestartet.
Zu den programmweiten Voreinstellung ist eigentlich nicht viel zu sagen – hier legt man z.B. fest, ob man per Sound und/oder Dialogbox oder gar nicht informiert werden will. Interessant sind hier auch die optionalen Log-Files, in denen Aktionen von POPmonitor mitprotokolliert werden.

POPmonitor: Die Preferences sollten auch in dieser
verkleinerten Darstellung noch erkennbar sein...
Fazit
Ob man POPmonitor wirklich braucht, muss (natürlich) jeder selbst wissen – schließlich
bieten die diversen eMail-Clients mittlerweile auch schon von sich aus recht leistungsfähige
Filter. Allerdings arbeitet POPmonitor direkt auf dem Server, was meiner Meinung nach ein nicht
zu unterschätzender Vorteil ist.
Mit selbst reicht zur Zeit die freie Version 1.1.1 sogar aus, ich behalte v2 aber definitiv im
Auge – und kann mir gut vorstellen, dass ich sie mir eines Tages anschaffen werde.
Spamgeplagten Macusern kann ich nur empfehlen, sich POPmonitor mal genauer anzuschauen.
Download
Version 2.x für MacOS 8.x bis X (Shareware):
Die jew. aktuelle Version findet Ihr auf der Website des Herstellers:
www.vechtwijk.nl/
Version 1.1.1 für MacOS 8.x und 9.x (Freeware):
Diese Version gibt es direkt hier – StuffIt-Archiv, ca. 600 KByte:
popmonitor_111.sit
Version 1.1.1 für MacOS X (Freeware):
Diese Version gibt es direkt hier – BinHex-Archiv, ca. 1 MByte:
popmonitor_111x.sea.hqx
Nachtrag
Eigentlich kann man sich ein Programm wie POPmonitor sparen, wenn man einen eMail-Client wie
SweetMail hat, der eben diese Funktionalität von Haus aus mitbringt.
Aber da man in POPmonitor ein bisschen schneller zwischen verschiedenen Accounts wechseln kann,
habe ich oft auch dieses Programm im Hintergrund liegen, um mal eben zwischendurch einen Blick ins
Postfach zu werfen... und gerade bei »verdächtigen« Mails ist es eben auch schön,
wenn man sich mal den Header anschauen kann.
Ich habe jedenfalls kein Problem damit, beide Programme im Einsatz zu haben...


