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Schnupftabak

Einleitung

Meine allerersten Schnupftabak-Erfahrungen hatte ich im Alter von so etwa 12 Jahren: Eine Zeitlang haben meine Freunde und ich uns heimlich Schnupftabak gekauft und haben ihn uns, gut vor den Blicken der Elten versteckt, in die Nase gezogen. Wahrscheinlich kamen wir uns dabei ziemlich erwachsen vor. Ich denke, das hat auch ziemlich schnell wieder aufgehört; vermutlich kurz nachdem mir von einer ziemlich großen Menge Tabak kotzübel geworden ist.

Vielleicht 6 oder 8 Jahre später hatte ich von irgendwoher mal wieder eine Dose Schnupftabak bekommen... die habe ich auch so nach und nach »weggezogen«, diesmal ganz stilecht durch einen aufgerollten Geldschein. Als die Packung leer war, war's das dann aber auch.

Im Spätherbst 2004 hatte ich so langsam die Faxen dicke: Die nächste Preiserhöhung für Zigaretten war schon wieder in Sicht. Irgendwas musste passieren, aber ich wollte mir meine lang gepflegte Nikotinsucht doch nicht vom Steuereintreiber vermiesen lassen. Da fielen mir meine alten Schnupf-Erfahrungen wieder ein und ich dachte mir, dass ich doch mal versuchen könnte, meine Kippenkonsum mit Hilfe von Schnupftabak einzudämmen. Also habe ich mir ein paar Sorten besorgt und angefangen, damit herumzuexperimentieren...

Ein Viertaljahr später bin ich bereits zu einem begeisterten »Schnupfer« geworden. Denn ich habe festgestellt, dass ich nicht nur mein ursprüngliches Ziel, weniger zu rauchen, erreicht habe – sondern auch, dass das Schnupfen mir echten Genuss und viel Freude bereitet.
Bevor ich aber nun unschuldige Menschen in die Sucht treibe, will ich aber auch auf negative Aspekte hinweisen.
 

Schnupftabak und Gesundheit

Wie auf einer Schnupftabak-Fansite (sturco.holidaynews.ch/) treffend bemerkt wird: »Nicht schnupfen ist gesünder als schnupfen!«
Darüber hinaus steht fest, dass auch Schnupftabak abhängig macht. Wer also noch nicht der Nikotin-Sucht verfallen ist, dem rate ich:
Hände weg vom Schnupftabak! Kapiert? Behauptet hinterher nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt!

Auch Schnupftabak enthält z.B. Nikotin und Nitrosamine. Eine gesundheitsschädigende Wirkung ist deshalb keinesfalls auszuschließen. Nach meinen Webrecherchen scheint es aber so zu sein, dass der Medizin noch kein einziger Fall bekannt ist, in dem Schnupftabakkonsum zu schweren Krankheiten geführt hat – man möge mich korrigieren, wenn ich da falsch liege.

Schnupfen ist aber definitv weniger gesundheitsschädlich als Rauchen.
Ich denke deshalb, dass es eine gute Idee ist, das Rauchen mit Hilfe von Schnupftabak einzuschränken oder gar aufzugeben. Nichtraucher sollten aber dabei bleiben, sich vom Nikotin – egal, in welcher Form – fernzuhalten.
 

Was ist Schnupftabak eigentlich?

Schnupftabak ist tatsächlich richtiger Tabak, gemahlen und oft mit Aromen versetzt. Menthol und Eukalyptus dürften wohl die meistgenutzten Aromastoffe sein, aber auch Kräuter- (z.B. Anis) und Fruchtaromen (z.B. Aprikose) werden gerne verwendet. Selbst einen Cola-Schnupf kann man finden...

Nicht mit Schnupftabak zu verwechseln ist Schnupfpulver, welches aus Traubenzucker und Aromen besteht. In Schnupfpulver ist also keine Spur Tabak zu finden; und wer Schnupfpulver in der Öffentlichkeit konsumieren will, sollte eine Portion Mut besitzen. Schließlich können Mitmenschen auf die ulkigsten Gedanken kommen, wenn sie jemanden sehen, der sich ein weißes Pulver in die Nase zieht.
Als Tabakfreund halte ich persönlich überhaupt nichts von Schnupfpulver.
 

Geschichte, unterschiedliche Abarten

Einen guten, kurzen Überblick über die Geschichte des Schnupftabaks sowie eine Erklärung des Unterschieds zwischen den Schnupftabak-Abarten Snuff und Schmalzler bietet der Wikipedia-Artikel über Schnupftabak.
Und weil der Artikel gut ist, kann ich hier auf weitere Informationen verzichten.
 

Das Missverständnis mit dem englischen Snuff

Ich möchte die Gelegenheit ergreifen, mal endlich mit einem alten Vorurteil aufzuräumen – nämlich, was den englischen Snuff betrifft.
Was hierzulande (von deutschen Herstellern) als »englische Mischung« angeboten wird, ist zumeist sehr stark mit Menthol angereichert. Das hat zu der weitverbreiteten Meinung geführt, englischer Schnupftabak wäre grundsätzlich extrem mentholisiert. Auch in Foren und Newsgroups, die von Schnupfern bevölkert werden, bekommt man solches zu lesen – manchmal in Zusammenhang mit der Meinung, englischer Snuff sei »staubtrocken«.

Beides ist schlicht und einfach falsch.
Natürlich gibt es englische Snuffs, die so stark mit Menthol versetzt sind, dass es einem die Schuhe auszieht. Natürlich gibt es englische Snuffs, die staubtrocken sind. Aber weder das eine, noch das andere gilt für den Großteil der englischen Sorten.

Im Gegenteil, eine ganz typisch-englische Abart des Schnupftabaks, die sog. SP-Variante (Wilsons Best SP, McChrystal’s S’nuff, Samuel Gawith Yellow Crest – siehe Tobias’ kleines Snufflog) enthält gar kein Menthol; die »Kendal Brown«-Varianten, die von diversen Herstellern angeboten werden, sind alles andere als trocken (dafür aber ebenfalls mentholfrei); und der traditionelle »Rappee« dürfte sogar so manchen Schmalzler an Feuchtigkeit übertreffen.

Also, die Behauptung, englischer Schnupftabak wäre typischerweise oder mehrheitlich stark mentholisiert oder extrem trocken, entbehrt jeglicher Grundlage.
Ich habe keine Ahnung, was deutsche Hersteller dazu veranlasst hast, ausgerechnet Mentholsnuffs als »englische Mischung« feilzubieten, denn das ist ganz einfach Blödsinn – und glücklicherweise ist der original englische Schnupftabak mittlerweile auch in Deutschland problemlos erhältlich (siehe Bezugsquellen), so dass sich jeder davon überzeugen kann.
Und im Laufe der Zeit verschwinden dann hoffentlich auch die entsprechenden »Falschmeldungen« in deutschen Newsgroups und Foren...
 

Wie schnupft man?

Man schnupft so, wie es einem gefällt. :-)
Wer schon länger schnupft, wird eh schon eine bevorzugte Methode gefunden haben. Für Neulinge folgen ein paar Anregungen...

Ich persönlich unterscheide hauptsächlich zwischen der »Handrücken«- und der »Daumen-Zeigefinger«-Methode:

  1. Bei der erstgenannten gibt man ein bisschen Tabak auf den Handrücken, hält sich den Handrücken unter die Nase und zieht ein.
  2. Bei der anderen Methode nimmt man ein wenig Tabak zwischen Daumen und Zeigefinger, führt die Finger zur Nase und zieht ein, wobei man Daumen und Zeigefinger vorsichtig öffnet.

Manche Leute ziehen den Tabak auch durch ein Röhrchen in die Nase; davon halte ich aber nicht sehr viel, weil bei dieser Methode zuviel vom Aroma des Schnupfs verlorengeht. Darüber hinaus gibt es Schnupfmaschinen, die den Tabak direkt in die Nase katapultieren. Die »Gletscherprise-Automatikbox« des deutschen Schnupftabak-Herstellers Pöschl ist Nachfülldose und Mini-Schnupfmaschine in einem.
Ich selbst bevorzuge die »Daumen-Zeigefinger« Methode, weil ich der Meinung bin, dass sich das Aroma des Tabaks auf diese Weise am besten entfalten kann. Gelegentlich weiche ich auf die »Handrücken« Methode aus (teilweise abhängig von der gerade konsumierten Sorte).

Generell sollten Anfänger vorsichtig schnupfen: Nicht den Tabak direkt bis ins Gehirn hochziehen, sondern sanft aufschnuppern. Ansonsten kann es passieren, dass die erste Schnupferlebnisse so unangenehm sind, dass man es nicht weiter versucht...

Irgendwann später schneuzt man den Tabak wieder aus. Manche Leute machen das fast sofort – und das kann ruhig auch so machen, denn soweit ich weiß, wird das Nikotin sehr schnell über die Schleimhäute der Nase aufgenommen, so dass der gewünsche Effekt erreicht wird.
Man kann ihn aber ruhig auch ein wenig länger in der Nase lassen... irgendwann meldet sich der Tabak schon von alleine, dass er wieder raus will – nämlich indem die Nase anfängt zu laufen. Wer fein sein will, darf auch sagen, dass »die Sekretion einsetzt«. ;-)

Man muss nach dem Schnupfen übrigens nicht zwangsläufig niesen. Im Gegenteil: Je öfter man schnupft, desto seltener kommt es vor, dass man niest.
 

Nikotinaufnahme

Der Raucher, der anfängt zu schnupfen, will natürlich wissen, ob Schnupftabak wirklich ein adäquater Ersatz für die Lieblingsdroge darstellt, und da ist der Nikotongehalt des Snuffs von entscheidender Bedeutung.
Die Zahlen, die ich gefunden habe, sind eher ernüchternd: Geht man von der in Milligramm gemessenen Menge aus, müsste man (übertrieben ausgedrückt) den ganzen Tag wie ein Bekloppter schnupfen, um nur die Nikotinmenge einer einzigen Zigarette aufzunehmen. Geht man vom persönlichen Empfinden aus, zeigt sich ein anderes Bild.

Raucher kennen das: Hat man eine gewisse Zeit nicht geraucht, steigt die Lust, sich wieder eine anzustecken – der Körper baut das Nikotin ab und verlangt immer stärker nach einer neuen Dosis des Gifts, an das er sich gewöhnt hat. Je länger die letzte Kippe zurückliegt, desto stärker wird das Verlangen... so ziemlich jeder Zigarettenjunkie dürfte den Satz: »Also, ich muss jetzt eine rauchen« schon mal ausgesprochen haben.
Wenn man nur von den oben angesprochenen Zahlen ausgeht, dürfte Schnupftabak kaum ein wirksames Mittel sein, um dieses Verlangen zu unterdrücken oder befriedigen.
Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich aber bestätigen, dass es trotzdem gelingt. Eine einzige Prise ersetzt zwar nicht eine Zigarette – eher kann man drei bis vier Prisen rechnen, was allerdings auch stark von der jeweiligen Schnupftabak-Sorte abhängt.

Die Nikotinaufnahme per Schnupftabak wird aber wohl keinen Raucher von Zigaretten fernhalten, wenn er keinen Gefallen am Schnupfen findet. Deshalb rate ich Einsteigern dazu, unterschiedliche Sorten auszuprobieren. Der Geschmack kann wirklich sehr unterschiedlich sein, und die erstbeste, im Tabakladen um die Ecke gekaufte Sorte vermittelt einem möglicherweise nicht das richtige Schnupferlebnis.
 

Die Kosten

Eine »normale« Dose Snuff (die etwa 7 - 10g enthält) kostet, je nach Sorte, meist irgendetwas zwischen € 1,50 und € 4,00; man bekommt allerdings auch kleinere und deutlich größere Packungen.
Der bayrische Schmalzler wird auch schon mal in 100g-Tüten verkauft und kostet dann nicht mehr als 10g von einer teuren Snuff-Sorte; allerdings schnupft man Schmalzler meist auch in größeren Mengen.
Aber welche Sorte man auch nimmt, billiger als Rauchen ist Schnupfen auf jeden Fall.
 

Bezugsquellen

Und wo bekommt man Schnupftabak?

Zwei Onlineshops kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen:

Es lohnt sich auf jeden Fall, in diesen Shops zu stöbern und eine Auswahl zu ordern. Man wird überrascht sein, wie unterschiedlich Schnupftabak schmecken und wirken kann!
 

Snuff-Forum

Aufgrund des hohen Spam-Aufkommens habe ich mein eigenes Schnupftabak-Forum vorerst in einen Nur-Lese-Modus geschickt. Wer sich mit anderen Schnupfern im Web austauschen möchte, kann dies z.B. in der (englischsprachigen) Community Snuffhouse.org oder im deutschsprachigen, momentan leider noch recht »ruhigen« Board von www.priis.ch tun.
 

Beschreibung diverser Sorten

So, nach dieser ganzen Theorie will ich auch nun zur Praxis schreiten: In Tobias’ kleinem Snufflog findet Ihr die Beschreibung verschiedener Schnupftabak-Sorten, die ich bisher probiert habe.

Neu im Juli 2008:
Zu meinen Snuff-Beschreibungen könnt Ihr jetzt Eure eigenen Kommentare hinterlassen.

52 Snuffs folgender Hersteller sind dort zu finden:
De Kralingse Zweimühlen-Snuff, Dholakia, Dingler, Gawith Hoggarth, Gebrüder Bernard, J. & H. Wilson, McChrystal's, Mullins & Westley, Pöschl, Samuel Gawith, Toque Tobacco, Wilsons of Sharrow.

Tobias’ kleines Snufflog...
 

 

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