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TFdJ – Tobias’ Favorit des Jahres

An dieser Stelle möchte ich (beginnend mit 2008) alljährlich ein Produkt aus der Welt der Computer »prämieren«, welches mich für mich das Produkt des Jahres war. Das kann Hard- oder Software sein. Das muss aber nicht unbedingt ein neues Produkt sein: Durchaus möglich, dass es schon lange auf dem Markt ist – wichtig ist nur, dass ich es im Laufe des Jahre für mich entdeckt habe.
Gekürt wird dieses Produkt natürlich immer zum Ende des jeweiligen Jahres, also irgendwann im Dezember.

Ältere TFdJ:    2008

 

TFdJ 2009: PathFinder

Dieses Jahr hat sich ein »Ersatz« für Apples Finder, nämlich Path Finder von Cocoatech, als meine Lieblings-Neuentdeckung etablieren können.
Moment mal – das Programm habe ich doch schon letztes Jahr erwähnt, wie kann ich da behaupten, es wäre eine Neuentdeckung?
Ganz einfach: Letztes Jahr habe ich angefangen, damit zu arbeiten, war allerdings noch nicht restlos begeistert. Im Laufe dieses Jahres aber habe ich die Vorzüge so sehr schätzen gelernt, dass ich nicht mehr auf Path Finder verzichten mag. Und das ist schon einen Jahres-Preis wert, finde ich.

Eins will ich aber direkt vorausschicken: Path Finder ist bestimmt kein Programm für jedermann.
Erstens kostet PathFinder was (nämlich ca. 40 US-Dollar), zweitens sind die meisten Mac-User mit Apples Finder mit Sicherheit gut bedient; ein Mehr an Optionen kann schließlich auch verwirren und die tägliche Arbeit eher behindern als fördern. Aber hier geht es ja auch nicht darum, was für den meisten Usern gefallen könnte – beim TFdJ geht es einzig um allein und meine Sicht der Dinge. :-)

Warum also Path Finder?

Es ist nicht einmal irgendein großes Hammer-Feature, welches mich von Path Finder überzeugt hat, es ist vielmehr eine Reihe von kleineren Vorzügen, die mich in der Summe aber überzeugen. Die will ich nun hier ansprechen – dabei aber nicht verschweigen, dass es noch weitere Funktionen gibt, die ich selbst (bisher?) aber noch nicht nutze. Der nächste User findet meine Favoriten vielleicht absolut überflüssig und würde dafür ganz andere Features aufzählen…

Fenster mit Tabs

Im Browser kennt sie jeder, aber sind Tabs auch in Finder-Fenstern nützlich?
Sie sind. Finde ich jedenfalls.
Seit dem Umstieg von Mac OS 9 auf OS X hatte ich jedenfalls immer Probleme, wenn ich mehrere Finderfenster geöffnet haben wollte: Herrje, was war das manchmal eine Herumschieberei, bis man die Fenster endlich so angeordnet hatte, wie man wollte – etwa, um Dateien von einem Fenster ins andere zu verschieben.

In PathFinder kann ich die unterschiedlichen Verzeichnisse in einem Fenster geöffnet halten, eben wie man das vom Webbrowser kennt, in verschiedene Tabs unterteilt. Und wie kopiert/verschiebt man nun Dateien von einem Tab zum nächsten? Ganz einfach: Dafür hat PathFinder den sog. Ablagestapel in der linken Seitenleiste. Das ist im Grunde genommen eine Zwischenablage für Dateien: Ich ziehe die Datei-Icons von Tab A in den Ablagestapel, wechsle zu Tab B und ziehe die Icons vom Ablagestapel wieder in Tab B. Wem das zuviel Klickerei ist, kann es noch einfacher haben, indem er die Dateien von Tab A direkt auf den Reiter von Tab B zieht.

Nichts revolutionäres also, aber ich habe mich an die Arbeit mit den Tabs so sehr gewöhnt, dass ich sie nicht mehr missen mag.

Der Dateifilter


 

Oben rechts findet man in einem PathFinder-Finder eine kleines Eingabefeld für die Suche.
»Hab ich im Finder auch«, sagt Ihr jetzt vielleicht. Nicht ganz!
In Apples Finder leiert die Eingabe in dieses Feld die Spotlight-Suche an. Das kann PathFinder auch, wenn man es so will, viel interessanter finde ich aber eine andere Möglichkeit: Auf Wunsch fungiert das, was man dort eintippt, nämlich einfach als Filter im aktuellen Verzeichnis!
Nehmen wir an, Ihr habt ein Verzeichnis mit über tausend Dateien, und irgendwo dort drin steckt eine Datei, deren Name die Zeichenkette »xml« enthält. Aber war’s am Anfang, in der Mitte, oder doch am Ende? Also tippt man schnell »xml« ins Eingabefeld, und schon – ohne nennenswerte Verzögerung – werden nur noch die Dateien eingeblendet, die diese Zeichenkette enthalten.

Dieses Beispiel kommt Euch jetzt vielleicht arg konstruiert vor – aber glaubt mir, ich bin sehr, sehr oft in solchen Situationen! So oft, dass ich einen derartigen Filter immer und immer wieder vermisst habe, seit ich vom Atari zum Mac gewechselt bin (denn auf dem Atari hatte ich, jinnee sei Dank, eine vergleichbare Funktion bereits im Gepäck). Für mich hat sich PathFinder eigentlich schon wegen dieses kleinen Features gelohnt.

Ach ja, nur nebenbei:
Neben der Spotlight-Suche und dem Dateifilter bietet PathFinder noch eine dritte Möglichkeit für das Suchen-Feld: Eine eigene, von Spotlight unabhängige Suche, die sich »Fast Search« nennt. Vorteil dieser Suchfunktion: Spotlight findet bekanntlich nur das, was es in den Index aufgenommen hat, und manchmal befindet sich (aus welchen Gründen auch immer) eben nicht alles im Index. Die Fast Search spürt auch solche Dateien auf – zugegebenermaßen eine Funktion, die ich nur selten gebraucht habe, aber ich wollte sie halt nicht unerwähnt lassen.

Die Pfadleiste

Die Pfadleiste dient dazu, die aktuelle Position in der Verzeichnisstruktur der Festplatte anzuzeigen und auf einfache Weise in übergeordnete Verzeichnisse zu wechseln – das geht im Finder natürlich auch (per Rechtsklick auf das Icon in der Titelzeile oder den entsprechenden Button für die Symbolleiste), aber in PathFinder hat man diese Information eben (auf Wunsch) ständig im Blick.
Außerdem ist es die Pfadleiste sehr hilfreich, wenn man des öfteren zwischen einem über- und einem untergeordneten Verzeichnis hin- und herspringen will:

Darstellung Pfadleiste (1)
 
Darstellung Pfadleiste (2)

Links im oberen Bild befinde ich mich im Verzeichnis
~/Websites/htdocs/html/pix.
Im unteren Bild bin ich mit einem Klick zwei Verzeichnisse »hochgesprungen«. Der Pfad bis runter zu pix bleibt weiterhin eingeblendet, so kann ich mit einem weiteren Klick zurück in dieses Verzeichnis.


Nützliches links, rechts, unten oder ganz unten…


 

PathFinder kann verschiedene »Drawer« und »Panes« einblenden, in denen sich hilfreiche Zusatzfunktionen befinden – und das Beste ist, man kann auswählen, welche Funktionen man wo haben will.

Das beigefügte Bild wirkt sicher eher abschreckend, denn da hab ich einfach mal alle eingeblendet. Aber das muss man im Normalbetrieb ja gar nicht machen, alle diese Drawers und Panes kann man bei Bedarf mit einem einzigen Klick einblenden.
Ich spare mir jetzt die Beschreibung, was dort denn alles so verfügbar ist… seht Euch einfach den Screenshot genau an, sowie die Abbildung des Menüs, mit dem man für jeden Bereich einstellen kann, was dort erscheinen soll – dann dürfte schon einiges klar sein.

Braucht man sowas?
Nein, natürlich nicht.
Aber auch hier gilt: Ich habe mich dran gewöhnt, und nun würde ich ungern darauf verzichten.


Sonst noch was?

Ja, es gibt noch einige Kleinigkeiten in PathFinder, die mir gefallen, die ich jetzt aber nur noch stichwortartig nennen will:

Und, ach ja:
Ich selbst find’s eher uninteressant, aber da ich weiß, dass viele Leute (gerade ehemalige Windows-User) sowas mögen: PathFinder bietet auch eine »Dual Pane«-Ansicht, mit der man zwei Verzeichnisse nebeneinander betrachten kann – eine Darstellungsweise, wie man sie vom Norton Commander und seinen ganzen Epigonen kennt…

Fazit

Wie eingangs gesagt: Ein echtes Killer-Feature kann ich nicht ausmachen.
Aber die Summe der kleinen, nützlichen Verbesserungen und Helferlein erleichtern mir die Arbeit im Alltag ungemein.

Insofern kann ich PathFinder guten Gewissens zu meinem Favoriten des Jahres 2009 ernennen!

Sonderpreis 2009: Ukelele

Einen kleinen Zusatzpreis vergebe ich dieses Jahr auch noch, und zwar an das Programm Ukelele, mit dem man sich unter MacOS X eigene Tastaturlayouts erstellen bzw. bestehende Layouts anpassen kann.

So hat mir die Position der eckigen Klammern [ ] im deutschen Tastaturlayout des Macs nie gefallen (option-5 / option-6). Mit Hilfe von Ukelele habe ich sie mir nur auf eine andere (oder besser: auf eine zusätzliche) Position gelegt; nämlich dorthin, wo ich sie schon beim guten alten Atari hatte.

Gibt mir nicht nur ein schönes nostalgisches Gefühl, sondern erleichtert mir die Eingabe dieser beiden Zeichen (die ich oft benötige) auch ungemein.
Da ich Ukelele aber nur ein einziges Mal (und dann auch nur für eine klitzekleine Aufgabe) gebraucht habe, reicht es eben nicht zum TFdJ, sondern »nur« zu diesem Sonderpreis. Aber wer in irgendeiner Weise mit der Tastaturbelegung des Macs unzufrieden ist, sollte sich Ukelele mal anschauen.

Fußnote

jinnee
Das, was beim Mac der Finder ist, hieß auf dem Atari einfach »Desktop«. Und da der Original-Atari-Desktop gerade mal die allernötigsten Funktionen bereithielt, wurden schon bald alternative Programme entwickelt, die mehr zu bieten hatten.
Das erste und bekannteste Programm dieser Art war Gemini (welches übrigens im Web zu finden ist); und das meiner Meinung nach beste war eben jinnee.
jinnee ist immer noch erhältlich, wird aber nicht mehr weiterentwickelt, der damalige Autor Manfred Schwind bietet heute einige nette Mac-Programme an.    [ zurück nach oben ]

 
 

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