TFdJ – Tobias’ Favorit des Jahres
An dieser Stelle möchte ich (beginnend mit 2008) alljährlich ein Produkt aus der Welt
der Computer »prämieren«, welches mich für mich das Produkt des Jahres war.
Das kann Hard- oder Software sein. Das muss aber nicht unbedingt ein neues
Produkt sein: Durchaus möglich, dass es schon lange auf dem Markt ist – wichtig ist nur,
dass ich es im Laufe des Jahre für mich entdeckt habe.
Gekürt wird dieses Produkt natürlich immer zum Ende des jeweiligen Jahres, also irgendwann im Dezember.
TFdJ 2010: DVDpedia
Eigentlich wollte ich ein anderes Programm, nämlich
QuickCursor,
zum Favoriten des Jahres küren.
Ich hatte den entsprechenden Artikel sogar schon fast fertig geschrieben, da ist es auf der Zielgeraden
doch noch von einer Neuentdeckung
überholt worden. Ich habe zwar noch überlegt, ob ein Programm, welches ich erst seit wenigen
Tagen nutze, tatsächlich das Rennen machen darf… was dann den Ausschlag gab, war die Tatsache, dass
bei QuickCursor einige Änderungen anstehen, die aber erst 2011 veröffentlich werden – und wer weiß?
Vielleicht wird es dann nächstes Jahr
zum TFdJ erklärt. Kommen wir aber nun zum dem Programm, für das ich mich stattdessen entschieden habe:
DVDpedia, eine Datenbank für Filme auf DVD
(oder natürlich auch auf anderen Medien wie VHS, BlueRay usw.).
Aber erstmal will ich klären, warum ich so ein Programm überhaupt haben wollte.
Das Problem
Wir haben eine recht umfangreiche DVD-Sammlung. (Fragt mich jetzt nicht nach der genauen Anzahl; ich habe sie
nicht gezählt, noch nicht komplett eingegeben
und bin sicher, dass einige von Euch noch viel mehr DVDs besitzen. Ich finde sie aber umfangreich
genug, um mit den geschilderten Problemen konfrontiert zu werden.)
Viele Kauf-DVDs und noch mehr selbstgebrannte TV-Aufnahmen. Einige der letztgenannten sind schon etliche Jahre alt,
wurden ursprünglich auf VHS aufgenommen und später auf DVD kopiert.
Wenn dann ein guter Film im Fernsehen kommt, stellt sich oft die Frage: »Haben wir den schon aufgenommen?«
Manchmal wissen wir es einfach nicht. Manchmal fällt uns ein, dass wir ihn auf jeden Fall auf VHS hatten –
aber haben wir ihn auch digitalisiert? Einige Aufnahmen waren nämlich von derart grauenhafter Qualität, dass wir
uns diesen Vorgang geschenkt haben; andere Cassetten hat der bei der Digitalisierung genutzte Player gar nicht erst
angenommen.
So mussten wir dann das DVD-Regal durchsuchen; und selbst dann konnten wir nicht ganz sicher sein, denn ab und zu
verlieht man ja auch einen Film…
Oder folgende Situation: Man möchte einen Film gucken. Es ist aber schon recht spät, also soll’s kein allzu
langer Film sein. Vielleicht 90 bis 100 Minuten? Aber welcher Film hat diese Länge? Bei den Kauf-DVDs steht es ja drauf,
aber bei den eigenen Aufnahmen haben wir das meistens nicht vermerkt. Also mussten wir einen Film aussuchen, auf
den wir Lust hatten, seine Länge im Web nachschlagen – und das hat dann so lange gedauert, dass es sich schon
fast nicht mehr gelohnt hat, überhaupt anzufangen.
Umgekehrt natürlich genauso: Endlich hat man Zeit für einen richtig langen Film! Kommt ja auch nicht so oft vor, also
will man die Gelegenheit nutzen… aber welcher Film ist denn nun richtig lang? Siehe oben.
Ich hatte also schon lange das Vorhaben, unsere DVD-Sammlung mal in eine Datenbank einzutragen, um
in solchen Situationen schneller zu einem Ergebnis zu kommen.
Ähnliche Pläne hatte ich schon öfter mal in meiner mittlerweile fast 23-jährigen Laufbahn als Computerbesitzer:
Vor einigen Jahren waren es halt die Filme auf VHS, vor noch längerer Zeit war es mal meine Comicsammlung,
und in meinen ersten Computerjahren wäre eine Datenbank mit meinen Shareware-Disketten hilfreich gewesen.
Alle diese Vorhaben sind an der Erfassung gescheitert: Ich hätte mich ja tage- bis wochenlang hinsetzen und Daten eintippen müssen. Früher habe ich schon mal damit angefangen, aber nach kurzer Zeit war der Elan dahin und ich hab’s sein gelassen. Später habe ich aufgrund dieser Erfahrung gar nicht erst losgelegt.
Die Lösung
DVDpedia macht es (wie heutzutage vermutlich fast jedes Programm dieser Gattung) dem User aber einfach: Man muss einfach nur noch den Titel des Films eingeben, und die restlichen Daten sucht sich das Programm aus dem Web. In der aktuellen Version 4.6.3 kann man als Quelle für diese Informationen eine von 26 Sites aussuchen, darunter die von mir präferierte imdb.com, aber beispielsweise auch Amazon in verschiedenen Sprachvarianten. Werden mehrere Filme gefunden, die der Suchanfrage entsprechen, kann man natürlich den richtigen Treffer auswählen – Filme, die sich bereit ins der Datenbank befinden, lassen sich auch nachträglich mit Informationen von anderen als der ursprünglich gewählten Site ergänzen.
Tipp: Trotz dieser Möglichkeit sollte man sich frühzeitig überlegen, welche Informationen einem wichtig sind. So bietet der Download von imdb.com umfangreiche Besetzungslisten, aber keine deutsche FSK-Altersfreigabe (die findet man z.B. bei Amazon DE) – stellt man im Nachhinein fest, dass eine Information, die man besonders gern haben möchte, von der fraglichen Site nicht geliefert wird, ist das sehr ärgerlich, denn soweit ich das nachvollziehen kann, holt sich DVDpedia nachträglich wirklich nur fehlende Informationen; und (um beim gewählten Beispiel zu bleiben) die Info »Altersfreigabe« wird ja auch von imdb.com geliefert, fehlt somit nicht und wird nicht nachgeladen – nur ist es halt nicht die in Deutschland gültige Angabe.
Die Sache mit der Filmlänge
Oben habe ich ja das Problem, Filme mit der gewünschten Länge zu finden, geschildert.
DVDpedia bietet zwar keine spezielle Suche dafür an (Beispiel: Liste alle Filme von 90 bis 100 Minuten auf), aber
im Hauptfenster des Programms lassen sich die Filme nach Länge sortieren. Für mich ist das absolut ausreichend,
um schnell einen Film zu finden, der die gewünschte Länge hat – und den man am fraglichen Tag auch
gucken möchte.
Wer möchte, kann übrigens auch vermerken, wann man einen Film zuletzt gesehen hat, um schnell und einfach die Filme zu finden, die mal wieder an der Reihe wären… ich selbst brauche das nicht: Wenn ich Lust auf einen Film habe, ist es mir egal, ob ich ihn zuletzt vor drei Monaten oder drei Jahren gesehen habe. Aber immerhin nicht schlecht, dass es diese Möglichkeit gibt.
Verliehen oder nicht?
In DVDpedia kann man vermerken, welchen Film man wann an wen verliehen hat; dabei wird das Adressbuch von Mac OS X unterstützt – so gerät man nicht in die »Gefahr«, einen Film auszusuchen, auf den man momentan gar nicht zugreifen kann. Und (gerade bei mir) noch viel wichtiger: Man kann vermeiden, dass man vergisst, wer sich was ausgeliehen hat und welchen Film man mal so langsam zurückfordern sollte. A propos: DVDpedia kann auch automatisch Mails verschicken, um die fragliche Person an die Rückgabe zu erinnern. Auch das brauche ich nicht – ich spreche die Leute lieber persönlich an –, aber für manch anderen mag das vielleicht nützlich sein.
Sonst noch was?
Hier noch eine kleine Auflistung weiterer Möglichkeiten:
DVDpedia bietet neben der oben gezeigten Tabellendarstellung auch eine Cover- und eine CoverFlow-Ansicht;
es kann unterschiedliche Sammlungen verwalten (z.B. auch eine Wunschliste); es bietet Statistiken über
den Datenbestand; und natürlich kann man die runtergeladenen Informationen nachbearbeiten oder sämtliche
Informationen auch komplett manuell eintragen, wenn man es sich denn unbedingt schwer machen will oder
der fragliche Film im Web nicht gefunden wird.
Und damit sind wir immer noch nicht am Ende der Funktionsvielfalt angekommen, aber weiteres herauszufinden,
überlasse ich dem interessierten Leser selbst…
Rechtliches
DVDpedia ist Shareware und kostet US$ 18; ich habe (nach aktuellem Umrechnungskurs inkl. MwSt.) € 17,16 gezahlt,
was in meinen Augen ein mehr als fairer Preis ist. Die unregistrierte Version bietet alle Funktionen, erlaubt aber
nur die Eingabe von maximal 25 Filmen – was ausreichend sein sollte, um herauszufinden, ob man dauerhaft mit
dem Programm arbeiten möchte.
Die Lizenz gilt für alle Rechner direkter Familienmitglieder, die im selben Haushalt wohnen wie der Lizenznehmer:
Das war uns sehr wichtig, damit meine Frau und ich mit dem Programm arbeiten können – per Netzwerk
greifen wir dabei auf ein und dieselbe Datenbank zu; wer möchte, kann natürlich auch auf jedem Rechner einen
eigenen Datenbestand pflegen.
Website und die eingebaute Hilfe-Funktion sind in englischer Sprache gehalten, das Programm selbst
liegt in einer deutsch lokalisierten Version vor.
Fazit
Ich habe ein preisgünstiges Programm gesucht, mit dem ich unseren DVD-Datenbestand schnell erfassen und komfortabel sichten kann,
und zwar an mindestens zwei Rechnern; und mit DVDpedia habe ich eine Applikation gefunden, die diese Bedingungen erfüllt.
Die Verwaltung von verliehenen Filmen oder Wunschlisten habe ich dabei nicht
als zwingend notwendig vorausgesetzt, sind aber ein schöner Bonus.
Vielleicht hätte ich auch ein anderes Mac-Programm finden können, welches diese Voraussetzungen erfüllt (ich habe mir
ehrlich gesagt nur zwei näher angesehen), aber DVDpedia hat mir auf Anhieb so gut gefallen, dass ich es nicht nur
nach wenigen Tagen des Testens gekauft habe – sondern dass ich ihm auch guten Gewissens den Titel
meines persönlichen Favoriten 2010 verpassen konnte.
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